Herstellung von Dentalprodukten mit Laserherstellverfahren

Zahngesundheit - Die Herstellung von künstlichem Zahnersatz wird ständig weiterentwickelt. Herkömmliche Verfahren beinhalten das Arbeiten mit flüssigem Metall (Gießen) oder das Zerspanen eines vorhandenen Metallblocks (Fräsen). Doch es gibt nun ein weiteres moderneres Verfahren mit dem Zahnersatz hergestellt werden kann: Das Laserherstellverfahren, auch als Laserschmelzverfahren bekannt.

Dabei wird ein Metallpulver durch einen Laserstrahl vollständig aufgeschmolzen, wobei der Weg des Laserstrahls die Form vorgibt. Wie bei einem 3D-Drucker lassen sich damit Formen erzeugen, die mit keinem anderen Verfahren herstellbar sind. Der Laser schmilzt das Metallpulver in einer Dicke von nur 20 Mikrometern, was zu einer perfekten und glatten Oberfläche beim endgültigen Werkstück führt. Bei dem Metallpulver handelt es sich meist um Legierungen, aus Kobalt-Chrom, Titan oder Edelmetall.
 

Welche Produkte lassen sich herstellen?

Die Palette der möglichen Produkte ist nur durch die eigene Vorstellungskraft begrenzt. Denn alles, was man mit einem 3D-Modell beschreiben kann, ist herstellbar. Das Modell kann entweder per Computer modelliert, oder per 3D-Scanner eingescannt werden. Damit lassen sich Kronen, Käppchen, Implantate und Modellgüsse, entweder als Einzelstücke oder in kleinen Serien herstellen. Die Produkte sind dabei nicht auf massive Körper beschränkt. Durch den stufenweisen Aufbau aus dünnen Schichten und die präzise Lasertechnik, lassen sich auch filigrane Körper mit Hohlräumen fertigen. Damit lässt sich, gegenüber der Vollgusstechnik, wertvolles Material einsparen und trotzdem eine maximale Festigkeit erreichen.
 

Für welche Branchen ist das Verfahren geeignet?

Das Laserherstellverfahren ist für Dentallabore und Zahnärzte geeignet, die Ihren Kunden einen schnellen und qualitativ hochwertigen Service bieten wollen. Auch andere Branchen können diese Technologie einsetzen. So bietet sie sich auch in der allgemeinen Prothetik an, beispielsweise um passgenaue Hüftprothesen zu fertigen. Ebenso werden in der Flugzeug- und Automobilindustrie Präzisionsteile benötigt, die sich mit dieser Technik herstellen lassen. Nicht zuletzt hat auch die Schmuckindustrie entdeckt, dass sich ungewöhnliche Formen damit fertigen lassen.

Vorteile für die Herstellung von Dentalprodukten

Schnelligkeit:
Die Herstellung der Produkte erfolgt deutlich schneller als mit herkömmlichen Methoden. Beim Gießen einer Zahnkrone werden üblicherweise zehn Arbeitsschritte benötigt und der Vorgang dauert etwa 46 Minuten. Das neue Verfahren braucht nur vier Schritte und fertigt das Produkt in 21 Minuten.

Genauigkeit:
Durch die Lasertechnik können extrem dünne Schichten gefertigt werden, was die Präzision der produzierten Produkte erklärt.

Qualität:
Es gibt keine Probleme mehr mit Einschlüssen, wie bei der Gießtechnik. Dadurch kann eine optimale Qualität der Produkte erreicht werden.

Quantität:
Das Verfahren arbeitet prinzipiell wie ein 3D-Drucker, wodurch der Durchsatz deutlich höher ausfallen kann als bei allen anderen Verfahren wie Gießen oder Fräsen. So können deutlich mehr Produkte pro Zeiteinheit hergestellt werden.

Fazit
Die wesentlichen Vorteile für die Dental- und Medizinbranche sind damit die schnellen Fertigungszeiten und die große Flexibilität in der Gestaltung. Die Methode funktioniert nicht nur für Einzelkronen, auch verblendfertige Gerüste für Brücken lassen sich problemlos anfertigen. Es werden keine komplexen Maschinen mehr benötigt, wie für das Fräsverfahren. Es entsteht außerdem kein Abfall, da nur das Metallpulver verbraucht wird, dass auch tatsächlich geschmolzen wurde. Das nicht verbrauchte Pulver kann sofort beim nächsten Durchgang weiter verwendet werden. Alle diese Vorteile machen das Laserherstellverfahren zur idealen Technik für die Herstellung von Dentalprodukten.


(ay 2014/11)


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