Hilfe bei Leukämie – diese Arten der Unterstützung gibt es

 Nur wenige Patienten haben das Glück, dass ihr Leben nach einer Leukämieerkrankung ganz gewohnt weitergeht. Denn die akute Leukämie ist eine gefährliche Erkrankung und bringt als solche nicht nur eine anstrengende und langwierige Behandlung mit sich, sondern kann auch Langzeitfolgen haben. Handelt es sich hingegen um eine chronische Leukämie, so müssen sich Patienten häufig sogar ein Leben lang mit der Krankheit auseinandersetzen und bestmöglich arrangieren. Doch wie geht es weiter, wenn die Diagnose gestellt und die erste Therapie überstanden ist und wer übernimmt eigentlich die mitunter sehr hohen Kosten? Welche Möglichkeiten haben Leukämiepatienten und wie kann beispielsweise ihre Rückkehr in den Alltag unterstützt werden?

 

Die Versicherung im Falle einer Leukämie

Fakt ist, dass heutzutage bereits jeder Dritte rein theoretisch an Krebs erkranken kann – handelt es sich dann auch noch um Leukämie, so beginnt oft ein Kampf ums Überleben. Betroffene müssen sich aber zumindest in finanzieller Hinsicht nicht auch noch weitere Sorgen machen, denn die Kosten, die bei einer Krebserkrankung anfallen – und dazu gehört auch Leukämie –, werden durch die Krankenkasse gedeckt. Lediglich Zuzahlungen sind in einem solchen Fall zu zahlen, diese beschränken sich bei einer chronischen Krankheit wie Krebs jedoch auf höchstens 1%. Unter anderem werden auf diese Weise Rezepte, Krankenhausaufenthalte oder Taxifahrten bezahlt. Zwar ist hier auch stets ein wenig bürokratischer Aufwand zu bewältigen, wer sich jedoch Medikamente vom Arzt verordnen lässt und die entsprechenden Belege aufbewahrt, sollte auch hier nichts zu befürchten haben. Zu empfehlen ist, dass Betroffene oder Angehörige sich am besten frühzeitig nach der Diagnose mit der jeweiligen Krankenkasse in Verbindung setzen, damit wichtige Fragen schnell geklärt werden können und in dieser sicherlich nicht ganz einfachen Zeit nicht auch noch organisatorische Probleme hinzukommen. In diesem Zusammenhang kann es übrigens auch sein, dass Patienten gänzlich von allen Zuzahlungen befreit werden, beispielsweise dann, wenn sie lediglich eine sehr kleine Rente beziehen.

 

Natürlich können neben dieser wichtigen Grundversorgung auch eine Reihe weiterer Versicherungsangebote durchaus hilfreich sein und den Alltag entscheidend erleichtern oder komfortabler gestalten. Allerdings sollten sich Betroffene darüber im Klaren sein, dass es nach Ausbruch der Krankheit in der Regel zu spät für einen Vertragsabschluss ist, denn bei Antragsstellung müssen bekanntlich die sogenannten Gesundheitsfragen beantwortet werden und bereits bestehende Erkrankungen sind zudem meist direkt vom Versicherungsschutz ausgeschlossen – da es sich bei einer Versicherung jedoch letztendlich immer um ein Unternehmen handelt, welches sich selbst finanzieren muss, ist dieser rein finanzielle Aspekt allerdings nicht unbedingt verwerflich. Dennoch zeigt sich: Versichern sollten sich die Menschen bereits in gesunden Tagen, damit im Ernstfall dann der gewünschte Service genutzt werden kann. In Zusammenhang mit Leukämie sind insbesondere folgende Versicherungssparten relevant:

  • Krankenzusatzversicherung
  • Krankentagegeldversicherung
  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Vorsorge „Schwere Krankheiten“
  • Pflegezusatzversicherung
  • Risiko-Lebensversicherung

Wer vorsorgen möchte, der sollte zudem am besten eine Bedarfsanalyse ausführen, die verschiedene wichtige Faktoren, wie das Alter oder die Familiensituation miteinschließt. Der Anbieter ERGO Direkt hält hierfür aufschlussreiche Bedarfsbeispiele bereit und bietet zudem weiterführende Informationen in Form ausführlicher Ratgeber.

 

 Psyche nicht vernachlässigen

Oftmals können Betroffene bereits direkt im Krankenhaus eine psychosoziale und psychoonkologische Unterstützung durch geschulte Fachleute erfahren. Denn allein schon die Mitteilung der Diagnose „Krebs“ löst bei vielen Menschen aus verständlichen Gründen Gefühle wie Angst, Unsicherheit und auch Verzweiflung aus. Die seelische Belastung ist im Verlauf der Erkrankung meist enorm, denn immerhin handelt es sich um eine akute Krisensituation, die ähnlich eines Nervenzusammenbruchs ablaufen kann. Vollkommen unabhängig von der rein körperlichen Erkrankung kann es so zu schweren psychischen Problemen kommen oder auch eine bereits vorhandene Erkrankung wie zum Beispiel eine Depression noch weiter verstärken. Aus dieser Situation krebskranker Menschen heraus entstand der Medizinbereich der Psychoonkologie – dabei handelt es sich um Fachkräfte, die speziell auf die Unterstützung und Hilfe Krebskranker spezialisiert sind. Sie helfen den Betroffenen unter anderem dabei, mit der belastenden Situation als auch der Therapie und ihrer Begleiterscheinungen besser umgehen zu können.

 

 Aktiv werden – alternative Therapien und mehr?

In Rücksprache mit dem Arzt könnte es durchaus weitere Alternativen geben, damit Patienten auch selbst etwas zur Heilung beitragen können. Allerdings sollten Betroffene bedenken, dass Leukämien Krebserkrankungen sind, bei denen Zellen des Immunsystems selbst betroffen sind – alternative Therapien und Medikamente, die dem Ansatz folgen „das Immunsystem zu stärken“, können daher gefährlich sein. Denn auf diese Weise könnten theoretisch auch leukämische Zellen weiter zum Wachstum angeregt werden. Das Kompetenznetz Leukämie rät von der sogenannten alternativen Methoden daher eher ab und empfiehlt, dass jede entsprechende Maßnahme zumindest vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden sollte. Weiterhin schlussfolgert das Informationszentrum, dass gerade in der Leukämietherapie realistische Heilungschancen derzeit einzig und allein durch die derzeitigen Standard(Chemo-)Therapien oder die Stammzelltransplantation erzielt werden können. Nichtsdestotrotz können einige alternative Behandlungsverfahren aber auch sinnvoll sein, beispielsweise dann, wenn sie die Begleiterscheinungen der schulmedizinischen Therapie verbessern, die Selbstheilungskräfte aktivieren, das Wohlbefinden verbessern oder Schmerzen lindern. Mögliche Schäden und Risiken müssen im Vorfeld aber selbstverständlich abgewogen werden.

 

 Die Rückkehr in den Alltag

Eine Rehabilitation bietet die ideale Basis, um wieder zu Kräften zu kommen und nach einer anstrengenden Erkrankung und Therapie wieder in den Alltag zurückzufinden. Gerade nach einer Stammzelltransplantation oder bei Betroffenen mit akuten Leukämien schließt sich die Rehabilitation ohnehin meist direkt an die intensive Therapie an, Patienten mit chronischen Leiden sollten hingegen zunächst mit ihrem Arzt sprechen – dieser kann genauere Auskunft darüber geben, welcher Zeitpunkt sich für die Rehabilitation am ehesten anbietet. Unterschieden wird in der Regel zwischen der beruflichen, der sozialen und der medizinischen Rehabilitation. Zunächst werden alle Behandlungsverfahren, die zu einer Festigung des Erfolgs der ersten Therapiephase beitragen, fortgeführt. Hinzu kommen außerdem weitere Maßnahmen wie die Physiotherapie, eine Ernährungsberatung für die besonderen Bedürfnisse von Krebspatienten, die Unterstützung bei Problemen, die durch die Krankheit oder die Therapie aufgetreten sind oder aber ein abgestimmtes Sport- und Bewegungsprogramm. Meist findet die "Reha" in einer spezialisierten Klinik statt, in der ein etwa dreiwöchiger Aufenthalt genutzt wird – zudem bleiben Patienten während einer Reha in der Regel weiterhin krankgeschrieben. Auch hier greift die Versicherung und übernimmt die Kosten, sofern die vertraglichen Bedingungen erfüllt sind, dies gilt sowohl für gesetzliche als auch private Versicherer.

 

Die medizinische Betreuung danach

Glücklicherweise tritt heutzutage immer häufiger der Fall ein, dass eine Krebserkrankung vollständig zurückgedrängt werden kann, wenngleich dies in Bezug auf die Leukämie meist doch sehr lange dauert. Nach dem Ende der Behandlung schließt normalerweise allerdings eine medizinische Nachsorge an, der weitere Kontakt zu einem auf Blutkrebserkrankungen spezialisierten Arzt ist also durchaus sinnvoll. Einerseits ist so ein direkter Ansprechpartner bei weiteren rein medizinischen Fragen vorhanden, andererseits steht dieser aber auch beratend zur Seite, falls die Erkrankung Auswirkungen auf das psychische und körperliche Befinden mit sich gebracht hat und so die Lebensqualität einschränkt. Die Nachsorge umfasst in der Regel einen Zeitraum von rund fünf Jahren, wobei die Termine und speziellen Behandlungen stark von einer Reihe individueller Faktoren abhängen. Oftmals haben ehemalige Betroffene auch an speziellen Studien teilgenommen und werden daher auch im Nachhinein weiter betreut. Wichtig zu wissen: Patienten, die an Leukämie erkrankt sind, sind deshalb nicht automatisch vor anderen Tumorarten geschützt, die normale Krebsvorsorge sollte also auch hier weiterhin greifen und richtet sich nach dem gesetzlichen Früherkennungsprogramm in Deutschland – detaillierter wird selbiges hier erklärt.


(se/m 2014/11)


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