Die elektronische Gesundheitskarte - was Patienten von ihr erwarten können

 Ab Jahresbeginn 2015 wird die elektronische Gesundheitskarte laut Bundesgesundheitsministerium Pflicht. Haben Sie bis jetzt noch die alte Versichertenkarte verwendet, sollten Sie sich besser beeilen. Denn in Zukunft müssen Sie Arztbesuche oder Medikamente aus eigener Tasche bezahlen, können Sie keine elektronische Gesundheitskarte vorweisen – oder innerhalb von zehn Tagen - beziehungsweise beim Hausarzt bis zum Ende des Quartals - Ihren Versichertenstatus nachweisen.

Doch welche Veränderungen bringt diese Umstellung mit sich? Im Folgenden möchten wir auf potenzielle Vor- und Nachteile der elektronischen Gesundheitskarte eingehen.

 

Welche Veränderungen bringt die Gesundheitskarte für Patienten?

Rein äußerlich ist der Unterschied zwischen der alten Versichertenkarte und der elektronischen Gesundheitskarte recht gering, abgesehen davon, dass Zweitere ein Lichtbild von Ihnen enthält, mit dem künftig einem Missbrauch der Karte vorgebeugt werden soll. Das gilt derzeit auch noch hinsichtlich der Verwendung. Die meisten Vorteile, die Verfechter der elektronischen Gesundheitskarte für die Ablösung der alten Versichertenkarte anbringen, müssen erst noch realisiert werden. Dazu gehören die folgenden:

  • In Zukunft soll es möglich sein, bei einer Notfallbehandlung über die elektronische Gesundheitskarte auf wichtige Daten zuzugreifen, zum Beispiel auf Informationen zu relevanten Medikamenten und zur medizinischen Vorgeschichte sowie die Kontaktdaten eines behandelnden Arztes.
  • Als elektronischer Arztbrief soll die Gesundheitskarte die Kommunikation zwischen Ärzten und Krankenkassen erleichtern.
  • Über die Gesundheitskarte könnten schon bald Patientenakten online gespeichert werden.
  • Außerdem könnte diese in Zukunft das handgeschriebene Rezept ersetzen.

Vorteile sehen Befürworter der Umstellung vor allem in einer verbesserten Verwaltung und Kommunikation zwischen Ärzten und Krankenkassen und damit einhergehend auch einer besseren Versorgung. Durch Kontrollfunktionen des Versicherten soll zugleich eine hohe Datensicherheit gewährleistet werden. Gerade Letzteres zweifeln Kritiker jedoch an. Ihrer Meinung nach ist die geplante Vorratsdatenspeicherung durch die elektronische Gesundheitskarte ein Einfallstor für Missbrauch.

 

Gesundheitskarte vs. Kundenkarte - Unterschiede im Überblick

Auch viele Apotheken bieten Kunden mittlerweile Kundenkarten an. Ein zentraler Unterschied zur elektronischen Gesundheitskarte besteht darin, dass der Erwerb einer solchen Kundenkarte rein auf freiwilliger Basis geschieht.

Der Sinn einer solchen Kundenkarte besteht außerdem vor allem darin, dass der Apotheker mit ihrer Hilfe einen Überblick über die Medikamente behält, die der jeweilige Kunde einnimmt, und so mögliche Wechselwirkungen besser einschätzen und vermeiden kann. Dazu werden möglichst alle Arzneimittel, die ein Patient einnimmt, erfasst – auch eine etwaige Selbstmedikation. Gibt der Patient seine Einwilligung, können sich Apotheker und behandelnder Arzt auf dieser Basis über mögliche Wechselwirkungen austauschen.

Darüber hinaus erfüllt eine Kundenkarte jedoch im Gegensatz zur Gesundheitskarte keine Funktionen. Die Daten sind außerdem ausschließlich in der betreffenden Apotheke gespeichert.

Kundenkarten, wie Sie Tierärzte Ihren Kunden anbieten, sind dagegen in erster Linie Ausweise, mit deren Hilfe Herrchen und Frauchen beim Praxisbesuch von diversen Vorteilen profitieren. Dadurch soll die Bindung an eine bestimmte Praxis gestärkt werden. Apotheken und bestimmte Ärzte können also durchaus für alle Betroffenen Vorteile erreichen, wenn sie Plastikkarten für Patienten anfertigen lassen.

 

Fazit

Auch wer sich mit dem Konzept der elektronischen Gesundheitskarte wenig anfreunden kann, kommt um diese kaum herum. Noch steht allerdings in der Schwebe, welche Aufgaben die Gesundheitskarte in Zukunft wirklich erfüllt. Die Proteste von Kritikern, die den Datenschutz gefährdet sehen, könnten durchaus dazu führen, dass sie sich letztendlich wenig von Ihrer alten Versichertenkarte unterscheidet – eine Tatsache, die der eine oder andere Patient als Erleichterung empfinden mag.


(st 2014/12)


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